RESTAURATION
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Übel zugerichtet war er ja, der gute Johann, ein Werk der Betonkünstlerin Vera Keune aus den 1980er Jahren. Randalierer hatten ihn aus seiner Verankerung gerissen, ihn eine Steintreppe hinuntergestoßen und dabei seinen Kopf  vollständig zertrümmert. Der restliche Körper war mit Gewaltbrüchen übersät, und auch ein Fuß fehlte.

Die Arbeit begann also mit dem Zusammenpuzzeln aller Fragmente, die noch auffindbar waren und sich nicht in Krümel zerlegt hatten. Wie man sieht, kamen alle wesentlichen Teile des Kopfes wieder zusammen, und so war die Wiederherstellung der ursprünglichen Gesichtsproportionen schon mal sichergestellt.

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Der Kopf musste nun wieder am Rumpf befestigt werden. Die Stahlbewehrung, die ehemals schon den Kopf angebunden hatte und jetzt nackt aus dem Hals ragte, wurde wieder zur Verankerung des Kopfes verwendet. Ein noch vorhandenes Foto half bei der Wiederherstellung der ursprünglichen Blickrichtung.

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Nicht mit Beton, sondern ausnahmsweise mit Epoxidharz und Sand wurde der Bewehrungsstahl im Inneren des Kopfes wieder verklebt. Dass nur einer und nicht wie eigentlich nötig zwei oder besser drei Stahldrähte zur Anbindung des Kopfes vorhanden war, erklärt, weshalb der Kopf so leicht abfallen konnte. Andererseits war es vielleicht auch gut so, denn sonst hätte er wohl noch mehr Schläge abbekommen.

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Ebenfalls mit Epoxidharz wurden das wiedergefundene Fußfragment angeklebt und die Risse im Körper ausgespritzt. Jetzt noch verbliebene größere Löcher und der hohle Kopf wurden schließlich mit Zementmörtel gefüllt und der restlichen Körperkontur und Oberflächenstruktur angeglichen.

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Ein neuer Farbanstrich beseitigte schließlich noch die letzten Spuren der Verwüstung und ließ den guten Johann wieder aussehen wie neu.