FRAGEN?

Beton ist vielseitig wie kaum ein anderer Werkstoff. Er ist leicht verfügbar, witterungsbeständig, ungiftig und lässt sich auf unendlich viele Arten ver- und bearbeiten, einfärben, bemalen und strukturieren. Mit moderner Faserarmierung ermöglicht er auch die Gestaltung graziler Plastiken mit geschwungenen Formen in Leichtbauweise. Dabei sind beliebig große Werkstücke möglich, denn das Material erhärtet, anders als bei Ton, ohne Brennofen, muss also nicht durch dieses Nadelöhr.

In den vielen Jahren, die ich mich mit Beton beschäftige, habe ich zahlreiche Betonvarianten und Arbeitstechniken kennen gelernt, sie teilweise selbst entwickelt oder für meine Zwecke adaptiert. Der Urtyp Modellieren mit Beton ist eigentlich so einfach zu erlernen, dass ich in mein Fotoalbum eine kleine Fotoserie von der Entstehung eines Hahns aufgenommen habe, die als Anleitung für Interessierte dienen möge. Als weitere Anregung zeige ich im Fotoalbum die Herstellung eines einfachen Wandreliefs aus Kunstsandstein. Hierbei wird das Material nicht auf- sondern abgetragen. Schließlich gibt es im Fotoalbum auch noch eine kleine Fotodokumentation zum Thema Glasfaserbeton.

Zu allen drei Themen biete ich übrigens auch Workshops an. Einige Antworten auf häufig gestellte Fragen habe ich im Folgenden zusammengestellt.

 

FAQ 

!
!
Wie lange kann ich Mörtelsäcke lagern?

Es kommt sehr darauf an, wie der Mörtel gelagert wird. Bei trockener Lagerung hält sich ein Mörtelsack durchaus ein Jahr, ohne dass der Inhalt klumpig wird. Keinesfalls darf man den Sack auf den blanken Boden stellen. Legen Sie immer eine Styroporplatte unter. Eine ebenfalls sehr bewährte Methode ist, jeden einzelnen Mörtelsack in einen Plastikbeutel zu stecken, wenn er länger als zwei Wochen gelagert werden soll.

!
Ich möchte ein Betonsofa bauen, was muss ich tun?

Das Einfachste ist, ein Sofa vom Sperrmüll zu nehmen und mit Glasfaserbeton einzukleiden. Das geht natürlich auch mit anderen Gegenständen. Die Wandstärke des Betons beträgt am Ende nicht mehr als 3 cm und er hält trotzdem sehr viel aus.

!
Wie kann ich beliebige Materialien mit Beton verbinden?

Oft genügt es, den Untergrund aus Kunststoff, Metall oder Stoff dünn mit Klebemörtel (z.B. KLEMO) vorzustreichen, den man zunächst fest werden lässt. Wenn der erhärtete Klebemörtel gut am Untergrund haften bleibt, dann kann man darauf weiter mit Beton arbeiten. Falls es nicht hält, muss man etwas finden, das hält, z.B. Epoxidharz oder Polyurethanharz (hält fast immer), das aufstreichen und in die frische Schicht Sand einstreuen. Damit hat man die raue Oberfläche, die man für die weiteren Schichten aus Beton braucht.

!
Kann ich auch Holz mit Beton ummanteln?

Holz kann durch Feuchtigkeit aufquellen und den Beton sprengen. Deshalb muss man Abstand zum Beton halten. Man kann sich zum Beispiel helfen, indem man sein Holzmöbel stramm mit Luftpolsterfolie umwickelt, die beim Quellen des Holzes später nachgibt.

!
Was ist der Unterschied zwischen Modellieren und Skulptieren?

Einfach gesagt: Beim Modellieren trägt man Material auf, beim Skulptieren trägt man es ab. Das bedeutet natürlich auch, dass man beim Modellieren mit einer plastisch formbaren Masse arbeitet, etwa Ton, Knetgummi oder eben Betonmörtel, und beim Skulptieren einen festen Körper bearbeitet, etwa einen Marmorblock, einen Ytongstein oder einen Klotz aus künstlichem Sandstein.

!
Warum braucht man zum Skulptieren speziellen Skulptiermörtel?

Natürlich könnte man auch einen ganz normalen Betonklotz mit Hammer und Meißel oder mit der Flex bearbeiten, aber das wäre ziemlich schwer und ohne Maschinen kaum zu machen, weil ein normaler Betonklotz eben sehr hart ist. Außerdem wäre das Ergebnis wahrscheinlich eher unansehnlich, weil normaler Beton grau und grobkörnig ist. Skulptiermörtel ist dagegen so feinkörnig, farbig und leicht glitzernd wie Sandstein und beim Bearbeiten etwa so weich wie Kreide. Er wird erst später härter, wenn man mit der Bearbeitung längst fertig ist.

!
Was ist künstlicher Sandstein?

Künstlicher Sandstein ist normalerweise ein Gemisch aus feinem Sand und weißem Portlandzement sowie einigen speziellen Zusätzen, die seine Verarbeitbarkeit und Dauerhaftigkeit beeinflussen. Er kann durch Zugabe von Farbpigmenten durch und durch eingefärbt werden.

 

!
Kann man künstlichen Sandstein auch in Formen gießen?

Das kann man, aber man erhält dabei an der Kontaktfläche zur Gussform eine Oberfläche, die noch nicht nach Sandstein aussieht. Erst wenn man in einem weiteren Arbeitsgang die äußerste Schicht abgetragen hat, bekommt man die sandsteintypische raue Oberfläche.

!
Muss ich meine fertige Betonfigur noch mit Tiefengrund behandeln?

Für eine frisch hergestellte Betonplastik braucht man keinen Tiefengrund. Der ist eigentlich nur dazu gedacht, einen mürben Beton zu verfestigen, wenn er z.B. durch Frostschäden altersschwach geworden ist oder wenn er absandet, weil die Mischung nicht gestimmt hat. Bei einem "gesunden" Beton sorgt man am besten durch eine Hydrophobierung dafür, dass kein Wasser eindringt. Es gibt Hydrophobierungen, die in den Stein eindringen, ohne dass man von außen eine Veränderung sieht (nicht farbtonvertiefend, wie man sagt), und die dazu führen, dass das Wasser abperlt. Außerdem gibt es auch transparente Beschichtungen, die einen dünnen Schutzfilm auf die Oberfläche legen. Das sieht dann wie eine dünne Lackschicht aus, also ganz leicht glänzend, und ist schmutzabweisend.

!
Wie schwer ist eine Betonfigur?

Beton oder Mörtel ist ungefähr 2 bis 2,5 mal so schwer wie Wasser. Ein 10-Liter-Eimer voll Beton wiegt also bis zu 25 kg. Modellierte Figuren aus Beton sind meistens hohl oder mit leichtem Füllmaterial ausgestopft, weshalb sie viel weniger wiegen als massiv gegossene Figuren. Bei einer lebensgroßen Person aus Beton muss man je nach Ausführung, Größe und Sockel ca. 70 bis 150 kg veranschlagen, wenn sie modelliert ist. Wenn sie gegossen ist, wiegt sie 3 bis 5 mal so viel. Deutlich leichter wird es dagegen mit Béton-Mâché.

!
Was ist Béton-Mâché?

Béton-Mâché ist eine von mir entwickelte spezielle Technik, mit der man sehr einfach sehr leichte aber dennoch wetterfeste Figuren herstellen kann. Die Vorgehensweise ist ähnlich wie beim Pappmaschee, nur dass man anstelle der Mischung aus Papier und Tapetenkleister einen Mâchémörtel verwendet.

!
Was ist das Besondere an Modelliermörtel?

Modelliermörtel muss so sein, dass man ihn ähnlich wie Ton verarbeiten kann. Deshalb wird er auch mit sehr wenig Wasser angemacht und nicht gerührt sondern geknetet. Dabei darf er nicht krümelig und auch nicht zu klebrig werden. Er muss einerseits lange verarbeitbar sein und soll andererseits nach dem Aufbringen leicht ansteifen, damit er nicht wieder herunterfällt. Er muss in dünnen so wie in dicken Schichten möglichst rissfrei erhärten und soll dabei eine hohe Endfestigkeit erreichen. Außerdem soll er ein gutes Haftvermögen haben, damit er sich nicht wieder vom Untergrund löst. Idealerweise ist er weiß, damit man ihn gut bemalen oder einfärben kann und wasserabweisend, damit später keine Feuchtigkeit in den Stein eindringt. Von diesen Punkten abgesehen ist er ein ganz normaler Zementmörtel.

!
Wie kann ich Beton schneller trocknen?

Man muss hier unterscheiden zwischen Trocknen und Erhärten, was bei Beton nicht dasselbe ist. Wenn man ihn also künstlich schneller trocknen würde, wäre das Ergebnis keine schnellere Erhärtung sondern, eher im Gegenteil, eine Störung des Erhärtungsvorgangs. Die Folge wäre wahrscheinlich eine Rissbildung an der Oberfläche. Daher sollte man Beton am besten nie trocknen. Was ihm dagegen gut bekommt, ist, wenn man ihn am Anfang künstlich feucht hält.